
Nachdem schon seit Längerem der Wunsch bestand, sich mit einer 4x400m-Staffel für die Deutschen Meisterschaften zu qualifizieren und erfreulicherweise bei den Bayerischen in der Halle eine Silbermedaille herausgesprungen war, wurde im Ostertrainingslager fleißig für den Langsprint trainiert. Denn die letzte Chance sich zu qualifizieren, war am 18. April bei den Bayerischen Langstaffelmeisterschaften, die generell immer sehr früh in der Saison stattfinden.
Zum Glück war der Weg nach Rödental nicht weit und das Wetter bestens. So starteten Dominik Eckner, Michaela Blanck, Moritz Hecht (Trainingsgruppe Priegelmeir/Schindzielorz) und Lea Billes (Trainingsgruppe Ende) in der „mixed“ Staffel in das Projekt „deutsche Quali“, die bei 3:45,00 liegt. Mit der Staffel aus Gräfelfing bekamen sie es in ihrem Lauf mit den bayerischen Meistern zu tun und die Staffel der Bamberger war ebenfalls mit dabei.
Dominik lief seine Runde kontrolliert und konnte zeitgleich mit Gräfelfing und Bamberg den Staffelstab an Michaela übergeben. Die ließ sich vom schnellen Angangstempo der Gräfelfingerin nicht aus der Ruhe bringen und lief ihr eigenes Rennen.
So konnte sie dann 100m vor dem Ziel druckvoll vorbeiziehen und mit etwas Vorsprung als Erste an Moritz übergeben, der routiniert, aber mit einem starken Gräfelfinger im Nacken seine 400m lief.
Beim Wechsel waren dann beide Staffeln gleichauf, aber der Wechsel von Moritz auf Lea gelang besser und so sollten die Forchheimer als erstes auf die letzte Runde gehen.
130m vor dem Ziel startete die Frau aus Gräfelfing ihre Attacke – aber nicht mit Lea Billes! Die konterte und im Gleichschritt ging es die letzten Meter der Zielgerade hinunter. Beide Sprinterinnen ließen nicht locker, aber Lea konnte sich durchsetzen und unter dem Jubel ihrer Staffel und aller anwesenden Forchheimer lief sie als Erste ins Ziel. Die Forchheimer Langstaffel war Bayerischer Meister!
Nun hieß es kurz warten und auf die Zeit hoffen. 3:39,97 und damit die Quali für die Deutschen Meisterschaften um 5 Sekunden unterboten! Die Gräfelfinger und Bamberger blieben ebenfalls noch unter der Norm.
So hieß es dann planen für die „Deutschen“ am 3. Mai in Celle, das etwas nördlich von Hannover liegt. Nach der Anreise am Samstag und einem kleinen Spaziergang und Abendessen in der schönen Celler Altstadt, fanden am Sonntagnachmittag – bei Sonnenschein, aber starkem Wind – drei Zeitläufe der 4x400m Mixed-Staffeln statt.
Die Forchheimer mussten nicht lange im Callroom sitzen und durften bereits im ersten Lauf starten – übrigens erneut gemeinsam mit einer Staffel des TSV Gräfelfing (allerdings der zweiten Garde) und renommierten Staffeln aus u.a. Frankfurt, Potsdam, Berlin und Köln. Eine ziemliche Aufgabe für das Quartett.
Die Reihenfolge aus Rödental hatte sich bewährt und so war Dominik erneut Startläufer. Er sollte diesmal schneller angehen und so konnte er seine Split-Zeit von den Bayerischen um eine Sekunde steigern – ein toller Beginn. Michaela machte ihre Sache dann sehr gut, musste aber erneut Ruhe bewahren, um nicht zu schnell anzugehen. Denn da vorne ging die Post ab. Smilla Kolbe (800m Bestzeit von 1:59,02!!!) und weitere schnelle Damen ballerten nur so los, so dass eine Lücke entstand, die schwer zuzulaufen war. Mit einem gewohnt starken Finish übergab sie den Stab an Moritz, der leider direkt von einer Athletin ausgebremst wurde, die erschöpft im Ziel stand.
Da man beim Langstaffelwechel mit Blick nach hinten losläuft und dann erst mit Holz stark durchbeschleunigt, sah Moritz sie zu spät und rumpelte mit Tempo in besagte Athletin und versuchte mit einer gerufenen „Entschuldigung!“ die verlorene Beschleunigung und Zeit (in der Split-Zeit-Abrechnung im Vergleich zu Rödental über eine Sekunde) gutzumachen. Allein auf weiter Flur tat er sein Bestes und übergab an Lea, die gewohnt kämpferisch ihre 400m lief und die Forchheimer Staffel (übrigens 5 Tausendstel-Sekunden vor der Gräfelfinger Staffel im darauffolgenden Lauf) ins Ziel brachte. Die erfreuliche Zeit von 3:40,28 zeigt, dass ohne Moritz‘ unverschuldeter Vollbremsung eine neue Bestzeit möglich gewesen wäre.
In der Endabrechnung stand die LG auf Platz 12 von 24 teilnehmenden Staffeln und war schnellste bayerische Mixed-Staffel. Was für ein Erfolg! Sehr zufrieden, aber auch etwas erschöpft, ging es dann auf die über 4-stündige Fahrt nach Hause.
Bericht: Christine

